Ätna Tour auf eigene Faust

Ätna Tour auf eigene Faust

Der Ätna darf nur in bestimmten Gebieten ohne Bergführer betreten werden. Das sind vorwiegend die unteren Bereiche:

  • im Süden bis 2.500 m und
  • im Norden bis 2.450 m.

Mit Bergführer darf darüber hinaus gegangen werden:

  • im Süden bis zum Torre del Filosofo auf 2.920 m ,
  • im Norden bis zum Piano Concazze auf 2.800 m bzw. Pizzi Deneri auf 2850 m,
  • im Nordwesten bis zum Punta Lucia auf 2.990 m und
  • im Osten bis zum Monte Centenari auf 1.900 m.

Zusätzlich ist im Südosten eine etwa 300 Meter breite Sperrzone vorgegeben, die auch mit Bergführer nicht betreten werden darf.
Wer eine Ätna Tur auf eigene Faust vornehmen möchte, sollte in der Unterkunft auf jeden Fall Bescheid geben, welche Route geplant ist. Unbedingt erforderlich ist eine Information zum Wetter am Tag der geplanten Wanderung und auf gar keinen Fall sollte man allein losziehen.

Am Ätna gibt es zusätzlich zu den Gefahren, die man von Bergtouren kennt, einige weitere Situationen, die lebensgefährlich sein können. Dazu gehören:

  • Das Wetter kann sich jederzeit und plötzlich ändern.
  • Aufsteigender Nebel ohne Vorankündigung ist nicht selten.
  • Wind, Regen oder Hagel treten das ganze Jahr über und teilweise plötzlich auf.
  • Mit Schneefall ist von Oktober bis April zu rechnen.
  • Explosionen, auch an scheinbar ruhigen Kratern, verbunden mit Steinbrocken, die plötzlich durch die Luft fliegen, gehören zu den Gefahren.
  • Unsichtbare, giftige Gasen können im Gebiet der Krater auftreten. Vorwiegend handelt es sich um Schwefeldioxid.
  • Wärmegewitter mit Blitzschlag erhöhen die Gefahrenlage.
  • Die Asche- und Lavafelder erscheinen oft endlos und bei eingeschränkten Sichtverhältnissen kann man schnell die Orientierung verlieren.
  • Die Krater können jederzeit stellenweise am Rand einbrechen.
  • Gestein rollt an steileren Stellen plötzlich herunter.

Hinzu kommen persönlich bedingte Risiken wie auftretende Höhenkrankheit ab 2.500 m (Übelkeit, Kopfschmerzen, Atemnot, Schwindelgefühl). Herzkranke, Lungenkranke und Menschen mit schlechter Kondition sollten sich gar nicht herauf wagen.

Es werden überall und sogar noch an der Talstation der Seilbahn Touren auf den Ätna mit geprüften Bergführern oder Vulkanologen angeboten. Im Sinne der eigenen Sicherheit und Gesundheit ist deshalb vor allem von Ätna-Besteigungen auf eigene Faust über die genehmigten Höhen hinaus dringend abzuraten.

Wanderwege und Pfade auf dem Ätna

Für eine Besteigung des Ätna auf eigene Faust eignet sich am besten der Südhang. Bis zur Talstation der Seilbahn führt die Strada Provinziale SP 92. Von hier kann man entweder die Seilbahn nutzen oder hinauf klettern bis zur Bergstation auf ca. 2.500 Metern und danach weiter bis zur ehemaligen Berghütte Torre del Filosofo. Sie ist seit 2002 verschüttet. Von hier aus sieht man die Gipfelkrater sehr schön, insbesondere den Teil im Südosten. Ein Trampelpfad führt unterhalb des Gipfels des La Montagnola nach Süden. Über steile Aschefelder kann man hinunter steigen bis zu den Schlackekegeln, die durch Eruptionen von 2001 entstanden sind. Weiter führen Trampelpfade bis zur Talstation bei der Rifugio Sapienza oder zu den Kratern Silvestri.

Fotos:

© Ätna: Eingestürzter Vulkankegel von Aliaksandr Kalenik 123rf.com